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Start Angebot / Berichte 50 Jahre Eisern

Innenrenovierung der Kath. Kirche Herz-Jesu Dielfen

Am Montag, den 06. Juni haben die Arbeiten zur Innenrenovierung begonnen. Zuvor haben einigen Gemeindemitglieder die Kirche ausgeräumt, z. B. Kerzenständer, Priesterstuhl, Kreuzwegbilder, Blumengestecke und vieles mehr. Am Montag, den 06.06. wurden die Bänke aus dem historischen Teil ausgeräumt und in einer Halle gelagert. Die Bänke aus dem neuen Teil der Kirche wurden im alten Teil zwischengelagert, bis das Gerüst im neuen Teil aufgestellt war, anschließen wurden die Bänke wieder in den neuen Teil unter das Gerüst gestellt. Die Orgel wurde komplett eingepackt um sie vor Staub und Dreck zu schützen. Im historischen Teil wurden Gruben ausgehoben, die für die Wärmetauscher der neuen Heizungsanlage benötigt werden. Im rückwärtigen Bereich des Altarraumes wurde die Absenkung von zwei Stufen beseitigt. Die weiteren Arbeiten und Fortschritte werden in Bilder festgehalten. Jeder finanzielle Beitrag zur Unterstützung der Innenrenovierung ist herzlich willkommen.


Sparkasse Siegen
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BIC: WELADED1SIE
Stichwort: "Kirchenrenovierung Herz-Jesu Niederdielfen"

50 Jahre Maria Königin Eisern - Impressionen

50 Jahre Maria Königin Eisern

Am 6.12.2009 feierte unsere Gemeinde das 50-jährige Jubiläum von Maria Königin Eisern. Dieter Sassenberg, selber viele Jahre in der Gemeinde unter anderem im Eine-Welt-Verkauf aktiv, hat die Festrede gehalten. Hier sei daher ein Dank von der Redaktion gesagt, dass er seinen Redetentwurf zur Verfügung gestellt hat.


Fünfzig Jahre Katholische Kirche "Maria Königin" zu Eisern

Als man mich bat, unter dem Titel "Fünfzig Jahre Katholische Kirche "Maria Königin" zu Eisern" diesen Vortrag zu halten, überlegte ich mir, wie ich vorgehen sollte:
Eisern -- Fünfzig Jahre -- Katholische Kirche --
oder anders ausgedrückt : Ort -- Zeit -- ja, und dann stand ich da !
Katholische Kirche1

  1. ein Bauwerk ?

  2. eine Organisation (Ortsgemeinde innerhalb der weltweiten Gemeinschaft) ?

  3. oder eine Versammlung religiösen Charakters "ekklesia" ?

  4. oder Menschen, die dem Herrn gehören (griech.: kyriaké) ?

Nun, eigentlich ist, je nach Perspektive, jeder Aspekt richtig. Daher wird im Folgenden auch unter diesen Gesichtspunkten Kirche behandelt werden.

Doch zunächst Ort und Zeit!
Die meisten von uns, die heute hier sind, haben ihre Wurzeln nicht im Siegerland. Traditionsgemäß ist in unserem Siedlungsgebiet Eisern/Rinsdorf/Rödgen die evangelische Glaubensrichtung vorrangig vertreten. Erst durch die, durch den unseligen Weltkrieg hervorgebrachten, Veränderungen entstand eine größere Bevölkerungsgruppe katholischen Glaubens. Vor dem II. Weltkrieg gab es knapp 100 Katholiken in Eisern und Rinsdorf, 1957 sind es rund 2702, die Zahl hatte sich also fast verdreifacht. Diese "Einwanderungsbewegung" liegt nun auch wieder rund 60 Jahre zurück, und ich nenne sie deswegen "Einwanderung" weil wir, die Gläubigen dieser Gemeinde, hier im südlichen Siegerland eine neue Heimat gefunden haben. Nur informativ: zum 31.12.2006 hatten 4163 nominelle Katholiken ihren Wohnsitz in Rinsdorf/Eisern.
Die kleine Gemeinde nach dem Krieg feierte die Heilige Messe in Privaträumen, sofern sie nicht die Kirche auf dem Rödgen oder in Wilnsdorf besuchten. Schon früh entstand daher der Wunsch nach einem eigenen Kirchenraum und am 3. November 1957 wurde ein Kapellen-Bauverein gegründet. Den Vorsitz übernahm Berthold Lück, engagiert unterstützt von Paul Müller.
Hier ist der Platz, die Namen der Familien zu nennen, die damals unter erheblichen persönlichem, auch finanziellem Einsatz die Errichtung der Kirche ermöglichten: In alphabethischer Reihenfolge waren es:

  • Familie Baldus
  • Familie Benner

  • Familie Dekant-Reinschmidt

  • Geschwister Lück

  • Familie Bertold Lück

  • Familie Mettner-Zorn, jetzt Vitt

  • Familie Müller

  • Geschwister Schäfer

  • Familie Walter Schneider

Ihrem Einsatz verdanken wir, dass unser Kirchlein erbaut werden konnte. Ihr Mut und ihr Einsatz sollte uns ein Vorbild sein.

Ein Grundstück an der Ahe wurde erworben und im gemeinsamen Einsatz vieler Idealisten wurde in wenigen Monaten die Kirche erbaut. Als am 1. November 1958 das Richtfest gefeiert wurde, konnten die Gemeindemitglieder stolz auf ihre Kirche schauen, war doch durch Eigenleistung, Geld- und Sachspenden der Gemeindemitglieder die Hälfte der Baukosten aufgebracht worden. Die andere Hälfte stellte das Erzbistum bereit.

Zu vermerken wäre als Besonderheit, dass erst nach dem Richtfest -- am 23.11.1958 der Grundstein mit der Urkunde "gelegt " wurde. Pfarrer Hebbeker aus Wilsdorf nannte den Stein u.a. "einen Markstein in der Zuversicht unseres christlichen Lebens", ein Wort, das wohl für viele eine große Bedeutung bekam. Rund ein Jahr später ist das Kirchlein komplett. Am 6. Dezember 1959 wurde die Kirche von Dechant Klens benediziert und "Maria Königin" geweiht. Pfarrer Hebbeker wandte sich in seiner Festrede auch an die Ev. Kirchengemeinde und rief ihr zu: "Lasst uns gemeinsam arbeiten zur Erhaltung christlicher Kultur und christlicher Gesittung in unserem christlichen Siegerland!" Ein Wort, das auch heute noch Gültigkeit hat.
Ein Vierteljahr später, am 1. April 1960 wurden die Glocken geweiht und im Kirchturm befestigt.
Nachdem der Kirchbau stand, wurde bald der Wunsch nach einem Gemeindesaal laut. Zwölf lange Jahre gingen mit Überlegungen, Vorgesprächen und Planungen ins Land. Dann flatterte für den 12.1.1972 den Pfarrgemeindemitgliedern eine Einladung zu einer Versammlung ins Haus. Es sollten Überlegungen zu einem Anbau besprochen werden. 39 Gemeindemitglieder folgten der Einladung, auf der Architekt Richter den Plan für den Bau eines Gemeindesaales vorstellte. Über ein Jahr verging mit Bauvorbereitungen, dann konnte am 24.5.1973 mitgeteilt werden, dass die Finanzierung durch das Erzbistum gesichert sei, wenn die Gemeinde ihren Anteil leisten würde4. Und wieder wurden die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. An dieser Stelle ist das damalige Mitglied im Kirchenvorstand Paul Schmitz zu nennen, dem dieser Anbau eine Herzensangelegenheit war. Im Pfarrbrief der St. Martinus-Gemeinde in Wilnsdorf vom 11.11.1973 ist etwas von der Hochachtung zu spüren, die den Eiserner/Rinsdorfer Katholiken entgegengebracht wurde. "Die gewaltige Arbeitsleistung unserer 'Bauhütte Eisern' bei den Arbeiten in Kirche und Pfarrheim dürfte immer mehr Staunen und Bewunderung wecken! Mitte Dezember soll schon Einweihung sein?"5 Und sie schafften es: am 15. Dezember 1973 wird der Gemeindesaal eingeweiht und die Westfalenpost überschreibt am 17.12.1973 ihren Bericht über die Einweihung "25 'Bauhelfer' ersparten der Gemeinde 60 000 DM".
Doch was wäre eine Kirche ohne Orgel? Auch die musste her. Und weil die Eigenleistung höher war, als Paderborn geschätzt hatte, konnte im Pfarrbrief vom 1.12.1974 zur Orgeleinweihung am 8.12.1974 eingeladen werden.


Damit war das Gebäude "Kirche" errichtet. Die folgenden Jahre sind durch Renovierungsarbeiten, kleinere Umbauten im Altarraum und Reparaturen gekennzeichnet. Erwähnen will ich den Einsatz von Paul Schmitz, der den Tabernakel und den Ambo in Handarbeit fertigte und das am 26. Januar 1987 unsere Madonnenfigur6 geweiht wurde. Diese Figur wurde uns von dem Ehepaar Alt gespendet und von dem Oberstdorfer Holzschnitzer Alois Ohmayer hergestellt7. Und das ist typisch für unsere kleine Gemeinde: Immer fanden sich Menschen, die durch Arbeitskraft, Geld- oder Sachspenden dazu beitrugen -- und hoffentlich weiter beitragen werden -- dass unser Kirchlein ordentlich in Schuss gehalten wurde und in Zukunft hoffentlich wird.
Eine Kirche kann auch ohne Gebäude bestehen. Aber sie braucht eine Organisation. Und so will ich als nächstes einige Worte dazu sagen.

Anfangs gehörten die Katholiken aus Eisern/Rinsdorf zur Gemeinde Martinus in Wilnsdorf und ihre Pfarrer, zuerst Pfr. Hebbeker und dann Pfr. Baumert waren die geistlichen Betreuer unserer Gemeindemitglieder. Am 28. November 1976 wurde dann Pastor Hans-Rudolf Pietzonka als Pfarrer der Gemeinde St. Johannes Baptist auf dem Rödgen eingeführt. Damit wurden wir eine Filialgemeinde von Rödgen und Pastor Pietzonka unser Pastor8.
Den Geistlichen stehen Laien zur Seite, die einerseits im Kirchenvorstand das Vermögen der Gemeinde verwalten und andererseits die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte, die "das Leben der Pfarrgemeinde mitgestalten und mittragen. [Sie] sollen alle Kräfte der Gemeinde zur Wahrnehmung ihrer gemeinsamen Verantwortung zusammenführen."9 Bis 2005 waren es 27 Personen, die zum Teil über 10 Jahre hinweg ihre Arbeitskraft und ihre Freizeit opferten, um an der Seite des Pastors Gemeinde mit zu organisieren. Stellvertretend für alle soll hier Franz-Josef Görg genannt werden, der mehr als 25 Jahre das Vertrauen der Gemeindemitglieder bei der Wahl erhielt und seine Aufgaben treulich bis heute erfüllt.
Am 13. November 1996 unterrichtete unser damaliger Erzbischof Degenhardt die Pfarrgemeinderäte über die Entwicklung im Bistum und seine Sorge über den sich abzeichnenden Priestermangel und das Schrumpfen der Gemeinden durch das Wegbleiben vieler Jugendlicher. Er stellte erste Überlegungen vor, wie es weitergehen könnte. Eine Straffung der Organisation, zunächst auf Dekanatsebene und später auf Gemeindeebene wurde angekündigt. Am 15.9.1998 gibt es einen Zwischenbericht über den Stand der Planung auf Dekanatsebene -- zum ersten Mal werden Pfarrverbünde genannt. Bei diesen Planungsmodellen war man in Paderborn auf den Gedanken gekommen, die Gemeinde Eisern nach Eiserfeld auszurichten. Vehement wandte sich die Gemeinde gegen diesen Vorschlag und begründete ihren Wunsch nach Verbleiben im Verbund mit Niederdielfen, Rödgen etc. in einem Schreiben an die Diözese. Der Brief überzeugte und so wurde am 23. November 2003 der Pastoralverbund Südliches Siegerland gebildet, in dem die katholischen Kirchengemeinden Neunkirchen, Rödgen, Rudersdorf und Wilnsdorf zusammengeschlossen wurden. Die Presse berichtete ausführlich darüber10. Die Leitung übernahm unser Pastor Pietzonka, der schon in den Monaten vorher zusammen mit einem Koordinierungskreis aus den betroffenen Gemeinden die Weichen gestellt hatte. Das Hauptziel dies Koordinierungskreises "…ist die Zusammenarbeit der zusammengefügten Gemeinden auf pastoraler Ebene und die damit verbundene stärkere Vernetzung und Abstimmung untereinander."11
Wieweit diese neue Organisation sich auf die Gottesdienste und Seelsorge auswirken wird, ist heute noch nicht abzusehen. Deshalb will ich im Rückblick einige herausragende Maßnahmen aus der Zeit unserer Selbständigkeit als Filialgemeinde vorstellen.
Schon am 1. März 1965 wurde unter Leitung von Hildegard Lück die Caritasgruppe gegründet12. Unauffällig aber wirkungsvoll sind die Maßnahmen unserer Caritasmitglieder, die heute ohne eigentlichen Vorstand nur auf Absprache hin arbeitet. Eigentlich ein nachahmenswertes Beispiel für Vereinsarbeit. Als in der Schulstraße ein Übergangswohnheim für Russland-Deutsche eingerichtet wurde, scheute sich unsere Caritas nicht, auf die Innere Mission zu zugehen, um gemeinsam die Menschen im Übergangswohnheim zu betreuen. Überhaupt gaben Gemeindemitglieder, deren Wiegen in Polen, Russland oder Albanien standen, immer wieder Gesprächsstoff, galt es doch, ihnen in unserer Gemeinde ein zu Hause zu bieten. 1990 wurden Überlegungen angestellt, wie man die polnischen Kommunionkinder integrieren könne13, 1991 beteiligte sich die Gemeinde an einer Spendensammlung für die verfolgten Katholiken in Albanien14; 1995 wurden erörtert, ob man die Russlanddeutschen Katholiken zu einer Adventsfeier einladen solle -- man tat es15. Stets war bei diesen Maßnahmen auch die Caritas eingebunden.
Eine andere Gruppierung entstand parallel zum Bau des Gemeindesaales: gemeint ist die Kolpingsfamilie. Paul Schmitz hatte sich nicht zuletzt beim Bau des Gemeindesaales so engagiert, weil er diesen Saal als Voraussetzung für die Gründung der Kolpingsfamilie ansah. Der offizielle Gründungstag mit Urkunde des Kolpingwerkes ist der 23.Sept.1974. Intern gilt allerdings der 1. Juli 1974 als Gründungstag. Schon am 31.1.1976 zählt er 88 Mitglieder; im gleichen Jahr wird die Untergruppe "Jungkolping" gegründet. Fünf Jahre später zählt die Kolpingsfamilie schon 125 Mitglieder (incl. Jungkolping)16. Durch regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen, Freizeitangebote und politisches Engagement zeigen die Mitglieder der Kolpingsfamilie, dass sie als Christen mitten im Leben stehen. Bis zum heutigen Tag wurden über 20.000 Euro an bedürftige Menschen gespendet, diese Einnahmen kamen bei Aktionen wie Altkleidersammlungen, Weihnachtsmärkte, Martinszüge und anderes mehr zu stande. Dass durch die Kolpinggruppe auch ein örtlicher Karnevalsbrauch entstand, sei nur am Rande vermerkt.
Ein seit 1978 jährlich immer wiederkehrender Punkt auf den Tagesordnungen des PGR war die Pfarrfamilienfeier. Bis 1997 wurde diese Feier mehr oder weniger gut besucht, aber die Organisatoren aus PGR, Caritas und Kolping konnten stets einen kleinen Gewinn verbuchen und sahen sich für ihre Mühe belohnt. Doch 1998 wird erstmalig von einem "mäßigen Besuch" und 1999 von einem "relativ geringem Besuch" gesprochen. Die Mitglieder im Planungsausschuss geben sich für 2001 riesige Mühe, analysieren die Gründe für das Desinteresse und können noch einmal feststellen, dass es sich gelohnt hat. Doch das Pfarrfest 2004 endete zum ersten Mal im Minus. Auch wenn es bei einem Pfarrfest in erster Linie um das Miteinander und Kennen lernen geht, so kann man doch an den finanziellen Ergebnissen die Beteiligung ablesen. Der seit 1998 feststellbare Trend zeigte, dass das Pfarrfest kein Zugpferd mehr war. Was in Zukunft an Stelle des Festes treten kann, wird sich noch zeigen müssen. Möglicherweise kann hier das Jahresangebot der Kolpingsfamilie bedeutsam werden. Sie gestaltet jedes Jahr ein Sommerfest, wobei immer die ganze Gemeinde eingeladen ist, dies gilt auch für alle anderen Veranstaltungen der Kolpingsfamilie.
Eine weitere kirchliche Gruppe sind die Messdiener. In der Tradition der Kirche waren es stets Jungen und junge Männer, die diesen Dienst am Altar ausübten. Am 13.12. 1977 wurde im Pfarrgemeinderat die Frage erörtert, ob auch Mädchen als Messdiener herangezogen werden sollen.
Das Protokoll hielt fest: "Einige PGR-Mitglieder vertraten die Ansicht, dass man nur dann Mädchen zulassen sollte, wenn nicht genug Jungens verfügbar sind !!!"17 1979 fehlen Jungen und man bemüht sich, bei den Kommunionkindern neue Messdiener zu gewinnen. Die Zahlen schwanken, aber am 20.9.1988 weist eine Liste 18 Jungen als Messdiener aus. Vier Monate später gab es einen heftigen Disput im PGR über die Rolle der Mädchen in der Kirche (u. a. als Messdiener) "Man einigte sich darüber, den Mädchen das Kerzentragen anzubieten.18" Die Mädchen kamen und viele Jungen gingen. Das Problem der geringen Messdienerzahlen blieb. So kam der PGR 1997 auf den Gedanken, Ruth Sassenberg als jüngstes Mitglied des PGR in die Grundschule zu schicken, um im Religionsunterricht für die Messdienerarbeit zu werben19. Aber diese Ansprache der Schüler blieb ohne Erfolg. So sind wir heute froh, wenigstens eine kleine Zahl treuer Jungen und Mädchen zu haben, die das Amt des Messdieners bei den Gottesdiensten wahrnehmen.
Wenden wir uns einer ganz anderen Facette unserer Gemeinde zu. Am 6.4.1992 findet sich in der Niederschrift der PGR Sitzung zum ersten Mal die Idee, im Rahmen " 500 Jahre Südamerika" in Zusammenarbeit mit einem Dritte Weltladen eine Kaffeeprobe zu organisieren. Daraus entstand dann der Gedanke, regelmäßig einmal im Monat Waren aus der Dritten Welt anzubieten. Die älteste Abrechnung datiert vom 2.3.1994. Die Waren hatte damals Eva Nöll auf Kommission im Dritte Welt Laden Geisweid besorgt. Seit diesem Datum bis heute wird einmal im Monat -- mit Ausnahme der Ferienmonate - Waren aus dem, wie es heute heißt: Eine-Welt-Laden angeboten. Und da steter Tropfen den Stein höhlt, habe ich einmal nachgerechnet und stellte fest, dass in dieser Zeit immerhin knapp 10.000 Euro Umsatz gemacht wurden. Wir wollen dabei nichts verdienen. Da viele Käufer großzügig auf Wechselgeld verzichten, konnte aus diesen Beträgen jährlich rund 20 Euro als Spende weitergegeben werden20.
Unsere Gemeinde = Teilkirche lebt in Eisern neben der evangelischen Gemeinde. Etliche von uns haben evangelische Ehepartner. Ökumene war und ist schon aus diesem Grunde für uns wichtig. 1986 findet sich ein erstes Dokument ökumenischer Zusammenarbeit. Aus dem Text geht hervor, dass der gemeinsame Weltgebettagob eine Frau in Zukunft anstelle des Pastors die Predigt o. ä. übernimmt."21 Die Bemühungen um ein gegenseitiges Verstehen führten u.a. zu gemeinsamen Veranstaltungen in den Kirchen und die Entsendung eines der Frauen schon länger existiert. Neu ist die Diskussion, "PGR Mitgliedes in die ev. Frauengruppe um dort die ökumenische Bewegung innerhalb der Katholischen Kirche darzustellen. Am 6.2.2000 wird die Planung für einen gemeinsamen Festwagen, der beim Jubiläumsumzug des TuS 1900 Eisern mitfahren soll bestätigt. Die folgenden Jahre dämpften die Begeisterung, aber die Weltgebetstage der Frauen, wechselweise in der ev. Kirche und in unserer abgehalten, sowie die Taize-Gebete in der Fastenzeit sind Bestandteil der Ökumenischen Bewegung geblieben.Ich habe Ihnen Maßnahmen und Unternehmungen vorgetragen, die alle mit 'eklesia' verbunden sind. Die Träger dieser Handlungen kommen aus den Vorständen der Caritas, Kolping und den Mitgliedern des PGR. Aber darüber hinaus gibt es die vielen Gemeindemitglieder, die nicht in leitenden Funktionen tätig sind, die aber täglich nach ihrem Gewissen im Glauben leben. Über sie etwas zu sagen ist schwer; wer öffnet sich schon einem Fremden gegenüber und lässt in sein Innerstes sehen.

Wie sieht die Zukunft aus?
Wenn man die Zahl und Struktur der Messbesucher zu Grunde legt, dann sind wir eine alt gewordene Kirche. Und da das nicht nur bei uns so ist, wird sich in Zukunft "Kirche" neu aufstellen müssen. Das wird nicht ohne schmerzhafte Veränderungen und Abschied von liebgewordenen Gewohnheiten auf Gemeindeebene gehen.
Diesen neuen Gegebenheiten müssen wir uns alle stellen, ob wir wollen oder nicht. Und dazu sage ich mit den Worten des amerikanischen Präsidenten: "Yes, we can!". Ja, wir können: Über hundert Mitglieder der Kolpingsfamilie, die Mitglieder der Caritas und alle, denen diese Gemeinde, diese Kirche nicht gleichgültig ist, bilden ein Potential, dass in der Lage sein sollte, den Eifer und den Elan der am Anfang der Rede genannten Pioniere wieder aufzugreifen und fortzuführen. Denn wenn diese Kirche wieder voll ist, wenn wieder hundertfaches Gebet gen Himmel steigt, dann ist Kirche wieder da, wieder jung.
Und eines ist gewiss: Unser Herrgott lässt seine Kirche nicht untergehen!

1 Nr. 751 und 752 im Katechismus der Katholischen Kirche, dt. Ausgabe 1993

2 Eisern auf Erz und Eisen S. 166

3 Lt. Auskunft von Pastor Pietzonka

4 Schreiben des PGR Eisern vom 14.5.1973 (Einladung zur Versammlung am 24.5.1973)

5 Gemeindebrief vom 11.11.1973 der St. Martinus Gemeinde Wilnsdorf

6 Protokoll der PGR Sitzung vom 26.1.87

7 Vermerk über PGR Sitzung am 15.9.1986

8 SZ vom 26.November 1976

9 aus: Statut der Pfarrgemeinderäte im Erzbistum Paderborn § 1, abgedruckt in Bd. 2 Pastorale Regelungen Erzbistum Paderborn, 1978

10 Siegerlandkurier v.23.11.2003 und Wochenblick v.3.12.2003

11 § 3 der Geschäftsordnung für den Koordinierungskreis des Pastoralverbundes Südliches Siegerland

12 lt. Auskunft von Frau Eva Nöll

13 Protokoll des PGR vom 10.4.90

14 Protokoll des PGR vom 15.1.91

15 Protokoll des PGR vom 28.11.95

16 Daten sind aus der Chronik des Kolpingvereins Eisern entnommen

17 Protokoll des PGR vom 13.12.1977

18 Protokoll des PGR vom 10.1.1989

19 Protokoll des PGR vom 24.11.1997

20 Abrechnungsunterlagen Dritte Welt

21 Protokoll des PGR vom 28.1.86